Wir im Wald – DeKKO4REST

Konflikte gibt es im Wald viele. Das Projekt hat praktische Kommunikationskonzepte entwickelt, die Verantwortliche aus Forst, Tourismus, Sport und Naturschutz bei der Konfliktlösung unterstützen.

Das Projekt analysiert Konfliktfelder verschiedener Akteursgruppen im Wald wie Erholungssuchende, Mountainbiker*innen, Wandernde, Förster*innen, Waldarbeiter*innen etc., fördert das gegenseitige Verständnis und trägt aktiv zur Reduktion von verschiedenen Nutzungskonflikten (in Anzahl und Tragweite) und zum Naturschutz im Wald bei.

Relevanz

Die Erholung in Wäldern kann als Common Pool Ressource (CPR) oder Allmende verstanden werden, d.h. sie steht in Deutschland allen frei zur Verfügung. Eine Rivalität der Erholungsnutzung von Wäldern ergibt sich daraus, dass der Wald als Ressource für die Erholung begrenzt ist in Zeit und Fläche. Das heißt: Ab einer bestimmten Nutzungsintensität (Erholungssuchende auf einer Fläche, Dichte des Wegenetzes etc.) trägt der Erholungskonsum von Wald zur Abnahme der Erholungsqualität bei. Gleichzeitig erfüllen Wälder Funktionen für den Naturschutz, die Holz- und Wildnutzung. Jegliche „Nutzung“ der Wälder zur Erholung, Naturschutz, Jagd oder Holz-Produktion bzw. -Ernte können sich gegenseitig beschränken oder gar ausschließen, was ein großes Konfliktpotenzial zwischen den jeweils Nutzenden entwickelt.

Umsetzung

Um den Wald in seinen diversen Funktionen zu erhalten, sollen durch gegenseitiges Verständnis und Respekt eine Reflektion der eigenen Rolle erfolgen und Konflikte zwischen verschiedenen Akteursgruppen reduziert werden. Dazu wurde im Projekt zum einen die Häufigkeit und Relevanz der existierenden Konflikte im Wald deutschlandweit untersucht. Zum anderen wurden Wege zur Konfliktvermeidung bzw. -lösung mittels deliberativer Kommunikation erprobt.

Vier unterschiedliche Konflikttypen wurden in vier verschiedenen Regionen intensiv untersucht und begleitet. Mit Hilfe deliberativer Kommunikation wurden unterschiedliche Ansichten, Wertzuschreibungen oder Sinnkonstruktionen offengelegt und über argumentative Diskussionen zu einem Ausgleich geführt. Kernelement der deliberativen Kommunikation ist, dass bei den Kommunikationsprozessen alle Akteursgruppen beteiligt und angemessen berücksichtigt werden und Kompromisse so von allen Gruppen mitgetragen werden können.

Die Ergebnisse aus den vier Beispielregionen wurden in einem Handlungsleitfaden zusammengefasst und sollen andere Regionen bei der Bewältigung ihrer Konflikte als Blaupause unterstützen.

In einer Veröffentlichung in „Forest Policy and Economics“ zeigen die Projektpartner Möglichkeiten deliberativer Kommunikation und sozialer Medien sowie damit verbundene Herausforderungen auf.
Zur Veröffentlichung: Mäder, Alexander, Monika Bachinger, Andreas Ziermann, Patricia Harprecht, Volker Kromrey, Franziska Schlemmer. 2025. “Social Media, Deliberative Communication and Conflict Management: Reflections Based on the Example Case of Freiburg im Breisgau (Germany).” Forest Policy and Economics 170: Article 102689. https://doi.org/10.1016/j.forpol.2024.103390

Ein Handlungsleitfaden steht unten zum Download zur Verfügung.

  • HANDLUNGSFELD
    Natur- & Gewässerschutz
  • PROJEKTGEBIET
    Deutschland
  • LAUFZEIT
    09.2022 – 12.2025
  • ZIELGRUPPEN
    Forst, Outdoor-Sport, Tourismus, Naturschutz

Ansprechperson

Portrait von Volker Kromrey
Andreas Ziermann Programmleiter Natur- und Gewässerschutz

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