Mehr Leben in der Stadt dank “Lazy Gardening”
Das Projekt sensibilisiert die Öffentlichkeit für die Bedeutung von biologischer Vielfalt und gibt Handreichungen und Praxistipps, wie jede*r leicht auf den eigenen Grünflächen biologische Vielfalt fördern kann.
Projektziele
Bürger*innen von Radolfzell lassen sich vom Projekt inspirieren und mähen ihre Grünfläche (teilweise) später oder gar nicht. Sie nutzen das Informationsangebot und tauschen sich auf Einladung der Bodensee-Stiftung miteinander aus.
Relevanz
Umsetzung
„Lazy Gardening“ lädt alle Radolfzeller*innen sehr niederschwellig dazu ein, Biodiversität vor der eigenen Haustüre zu fördern, indem sie Grünflächen im Mai gar nicht – und später versetzt mähen. Die Bodensee-Stiftung unterstützt die „faulen Gärtner*innen“ von Februar bis in den Herbst mit Informationen und Veranstaltungen, bringt sie z.B. bei gegenseitigen Gartenbesuchen oder einem Sensenkurs miteinander in den Austausch und lädt zu citizen science ein, so dass auch Bürger*innen, die keine eigene Grünfläche haben, Insekten auf öffentlichen Grünflächen per App dokumentieren können.
Das Projekt bringt Bürger*innen verschiedener Generationen wie auch aus Kernstadt und Ortsteilen zusammen, unterstützt die Klimawandelanpassung von Radolfzell und fördert die Identifikation mit der Kommune als Umwelthauptstadt. Das Projekt lehnt sich an die Kampagne „no mow may“ an, baut sie aber aus, indem die Bodensee-Stiftung die Gärtner*innen auch über den Mai hinaus umfassend über die Bedeutung von Ökosystemleistungen wie auch das Handling von Grünflächen informiert und fachlich begleitet.
„Mehr Leben in der Stadt dank ‚lazy gardening‘“ ist ein Gewinnerprojekt des Bürgerbudgets 2025 der Stadt Radolfzell.
April: Aktuelle Pflegetipps für Ihren Garten
Haben Sie sich für einen (Teil-)Umbruch Ihres Rasens entschieden, um eine Blühfläche anzusäen, stehen folgende Aktivitäten an:
- Entfernen des Grassodens (ausgestochene Grasnarbe) à Komposthaufen, Grünabfall/Wertstoffhof, Braune Tonne
- Anschließend Auflockerung und Einebnung der Fläche
Benötigte Gerätschaften: Spaten, Harke, Rechen, Schubkarre
Die in den kommenden Wochen auflaufenden Pflanzen werden vor der Aussaat nochmals untergeharkt, um die starke Konkurrenz der Gräser gegenüber den Blühpflanzen zu reduzieren.
Für die Aussaat der Blühmischung empfiehlt es sich, das Saatgut mit normalem Sand aufzumischen, um eine bessere Verteilung zu erreichen. Wichtig: Drücken Sie das Saatgut leicht an, damit ein guter Kontakt von Samen und Boden entsteht. Je nach Fläche mit der Hand anklopfen oder ein ausgebreiteter Karton auslegen und darauf treten. Sollte es sich um eine größere Fläche handeln, kann diese in kleinere Abschnitte eingeteilt werden und portionsweise gesät werden.
Jetzt ist auch die Zeit, heimische Stauden wie Margeriten, Flockenblume, Färberkamille zu pflanzen. Achten Sie dabei auf die Standortgegebenheiten. Eine gute Übersicht bietet folgende Auflistung des BUNDs. Vergessen Sie nicht, gut anzugießen.
Ist Ihr Rasen im April schon üppig gewachsen, können Sie nun schon einen ersten Schnitt (Schnitthöhe 8-10 cm) durchführen, um dann die nächsten Wochen den Rasenmäher stehen zu lassen. Wichtig: Tragen Sie das Mähgut ab, um die Nährstoffzufuhr zugunsten von aufkommenden Kräutern zu reduzieren. Lassen Sie einen Rasenstreifen ungemäht, damit nicht alle Blühpflanzen wie der Löwenzahn auf einmal verschwinden und weiterhin Nahrung für die Insekten bereitsteht.
März: Was gibt es jetzt im Garten zu tun?
Für die faulen Gärtner*innen: nichts

Für die faulen Gärtner*innen, die ihren Garten langfristig naturnah umgestalten wollen: Wenn Sie zum Beispiel ein Stück Rasen naturnah entwickeln lassen möchten, können Sie diese Fläche nun umbrechen. Entfernen Sie die Grasnarbe und lassen Sie Wurzeln und Gräser austrocknen. Das geht händisch (siehe links) oder (einfacher!) mit einer Gartenfräse. Evtl. müssen Sie den Arbeitsgang nach zwei, drei Wochen nochmals wiederholen.
Wir geben zu: So eine brache Fläche sieht erstmal nicht besonders schön aus. Aber Sie können stolz auf Ihre Arbeit sein! Wir wissen, wovon wir sprechen: Wir haben eine Fläche auf der Mettnau entsprechend bearbeitet (siehe Foto).
Info-Vortrag stößt auf großes Interesse
Mehr als 20 interessierte Radolfzeller*innen sind zu unserem Vortrag am 6. März ins Mehrgenerationenhaus gekommen. Hier gibt es einen Bericht über die Veranstaltung.

Ansprechperson

"Jede noch so kleine Grünfläche hat eine Wirkung: Es macht einen Unterschied, ob kurzer fettgrüner Rasen den Vorgarten prägt oder Gräser mit Gänseblümchen, Klee oder Margeriten.“
Gertrud Nußbaum, Projektmitarbeiterin









