Biodiversitätscheck für den Weinbau

Mit Hilfe des Biodiversitätschecks können sich Weinbauer*innen einen ersten individuellen Überblick über das Thema Biodiversität verschaffen. Er dient damit als Grundlage für die Integration von Biodiversitätsaspekten in die Bewirtschaftung.
Der Biodiversitätscheck dient dazu, die verschiedenen Bereiche des Betriebes, wie Management, Weinberg, Einkauf, Verkauf usw. hinsichtlich der Auswirkungen auf die Biodiversität zu untersuchen. Bedeutend ist der Punkt, dass nicht nur die direkten Auswirkungen des Weinguts berücksichtigt werden, sondern auch indirekte Effekte, die entlang der Lieferkette auftreten könnten, z.B. Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien, Marketing, Vertrieb etc. berücksichtigt werden.
Der Check identifiziert die Berührungspunkte zwischen dem Betrieb und der Biodiversität und gibt Vorschläge für Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken und negativen Auswirkungen. Es ist ein internes Instrument und stellt keine Zertifizierung dar. Betriebe können jedoch mitteilen, dass sie an dem Check teilgenommen haben. Die Kommunikation von Aktivitäten und Projekten, die zur Förderung der Biodiversität durchgeführt wurden, sollten allerdings Priorität haben.
Der Biodiversitäts-Check für Weinbauer besteht aus:
- Interviewleitfaden, der als Grundlage für ein strukturiertes Gespräch über die Ist-Situation des Betriebs dient.
- (Vertrauliches) individuelles Biodiversitäts-Trainingskonzept zur Darstellung der Stärken und Schwächen der Landwirt*innen, Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversitätsleistung.
- Schulung der Landwirt*innen bei der Anwendung ihres individuellen Konzepts.
Wer sollte den Check durchführen?
Im Rahmen des Projekts Partnerschaft zum Schutz der biologischen Vielfalt im Weinbau in Europa wurden die Partner in der Vorgehensweise des Checks geschult. Sie sind gute Ansprechpartner*innen. Der Check wurde jedoch so konzipiert das auch andere NGOs, Fachleute von Weinbau- und Landwirtschaftsverbänden, technische Berater*innen, Lehrer*innen in Landwirtschaftsschulen, Betriebsberater*innen oder andere nicht am Projekt beteiligte Personen den Check eigenständig durchführen können. Weitere Hilfestellung und eine genaue Anleitung liefert das Dokument „Guidance“.
Sie haben Interesse an möglichen Kontakten zu Ansprechpartner*innen? Wenden Sie sich gerne an Dr. Kerstin Fröhle:
Wer sollte untersucht werden?
Der Check bietet Winzer*innen die Möglichkeit, ein individuelles Biodiversitäts-Trainingskonzept zu erhalten, das Stärken und Schwächen aufzeigt und Ziele und Maßnahmen festlegt, um seine Biodiversitätsleistung zu verbessern. Zusätzlich werden die Winzer*innen in der Anwendung ihres individuellen Konzepts geschult.
Im Rahmen des Projekts wurden die Partner in der Vorgehensweise des Checks geschult und sind gute Ansprechpartner. Der Check wurde jedoch so konzipiert das auch andere NGOs, Fachleute von Winzer/Landwirtschaftsverbänden, Technische Berater, Lehrer in Landwirtschaftsschulen, Betriebsberater oder andere nicht am Projekt beteiligte Personen den Check eigenständig durchführen können. Weitere Hilfestellung und eine genaue Anleitung liefert das Dokument „Guidance“.
Der Biodiversitäts-Check sowie die Anleitung ist in 4 länderspezifischen Versionen und Sprachen erhältlich: Deutsch (DE), Spanisch (ES), Portugiesisch (PT) und Türkisch (TR). Zusätzlich wurde ein „Europäisches“ Dokument in English (EN) erstellt.
Der Biodiversitätscheck wird ergänzt durch Schulungsmaterialien (auch für das Selbststudium geeignet):
- Faktenblatt Schutz der biologischen Vielfalt im europäischen Weinbau
- Bestimmungshilfe Artenvielfalt im Weinbau
- Biodiversitäts-Aktionsplan inkl. Maßnahmenkatalog zur Förderung der biologischen Vielfalt im europäischen Weinbau

