Quick-Check zur Klimawandelanpassung von Liegenschaften
Ob Hitzewellen, Starkregen oder Hochwasser: Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen zunehmend Gebäude, Betriebsflächen und kommunale Liegenschaften. Doch wie anfällig ist ein konkreter Standort eigentlich für diese Risiken? Und wo lohnt es sich besonders, mit Anpassungsmaßnahmen anzusetzen?
Der Quick Check

Die Fläche links am Haus Raphael der Stiftung Liebenau zeigt, was auch auf kleiner Fläche möglich ist: Retentionsmulde, Totholz-, Stein- und Sandstrukturen sowie Sitzgelegenheiten wurden arrangiert und naturnah mit heimischen Ansaaten und Stauden bepflanzt. Eine solche Fläche hält Dürre besser aus, kann bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen und die Umgebungstemperatur durch ein günstiges Mikroklima senken.
Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Komponenten einer Vulnerabilitätsanalyse:
- Exposition: In welchem Maß ist der Standort klimatischen Risiken wie Hitze, Starkregen oder Hochwasser ausgesetzt?
- Sensitivität: Wie anfällig sind Gebäude, Außenanlagen und die Menschen vor Ort gegenüber diesen Risiken?
- Potenzielle Auswirkungen: Welche Folgen können sich daraus ergeben?
- Anpassungskapazität: Welche Maßnahmen zur Klimaanpassung sind bereits umgesetzt oder könnten umgesetzt werden?
Die Bewertung erfolgt über eine übersichtliche Skala von „gering“ bis „extrem hoch“ (grün bis rot). Am Ende erhalten Nutzende eine zusammenfassende Einschätzung der Vulnerabilität ihres Standorts, ergänzt um konkrete Vorschläge für geeignete naturbasierte Klimaanpassungsmaßnahmen.
Datengestützt und praxisnah entwickelt
Der Quick-Check basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen, die gezielt um praxisrelevante Aspekte ergänzt wurden. Für die Bewertung der Exposition dienen Karten der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung als Datengrundlage. Der Fokus liegt auf drei in Deutschland besonders relevanten Klimarisiken: Hitze, Starkregen und Hochwasser.
Die Sensitivität von Gebäuden orientiert sich an bestehenden Einstufungen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Ergänzend hat die Bodensee-Stiftung Aspekte wie Außenanlagen, Vegetation und mögliche Auswirkungen auf Menschen integriert. Der Aufbau folgt einem strukturierten Fragebogen und unterscheidet zwischen Risiken durch Hitze und Wasser.
Auch die Anpassungskapazität wird systematisch erfasst: Nutzende geben an, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind oder realistisch umgesetzt werden könnten. Diese werden gewichtet und in die Gesamtbewertung einbezogen.
Auf Basis der Ergebnisse schlägt der Quick-Check automatisch geeignete naturbasierte Maßnahmen vor. Ergänzend steht ein Maßnahmenkatalog mit detaillierten Erläuterungen und Praxisbeispielen zur Verfügung.
Sie möchten den Quick-Check zur Klimawandelanpassung verwenden oder mehr über naturbasierte Klimaanpassung erfahren?
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihr Feedback aus der Praxis:
Für Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Nach einer erfolgreichen Pilotphase steht der Quick-Check nun öffentlich zur Verfügung. Er unterstützt Organisationen beim Einstieg in die naturnahe Klimawandelanpassung. Aktuell ist das Tool für Standorte in ganz Deutschland ausgelegt. Versionen für Österreich und die Schweiz sind in Vorbereitung.
Denn klar ist: Je früher Klimarisiken erkannt werden, desto gezielter lassen sich wirksame Maßnahmen umsetzen. Naturbasierte Lösungen – etwa zusätzliche Grünflächen, verbesserte Versickerungsmöglichkeiten oder beschattende Vegetation – können einen wichtigen Beitrag leisten, um Standorte resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern.

