Zinsbonus für Landwirtschaft nach ACCT-Klimabilanz

Blick in einen Kuhstall. Fünf weiß-braun gefleckte Kühe strecken ihre Köpfe durch ein Gitter, um Heu zu fressen. Zwei schauen in die Kamera.
Copyright: Bodensee-Stiftung

Mit dem AgriClimateChangeTool (ACCT) können eine Energie- und Treibhausgasbilanz für einen landwirtschaftlichen Betrieb erstellt und Entscheidungen für geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes abgeleitet werden. Es ist von der Bodensee-Stiftung mitentwickelt worden. Das ACCT ist im Programm der Rentenbank gelisteten, mit dem die Förderbank landwirtschaftliche Betriebe seit 1. Juli 2025 zur Erstellung einer Klimabilanz motiviert.

Die Landwirtschaft ist weltweit der am stärksten vom Klimawandel betroffene Wirtschaftssektor. Gleichzeitig trägt sie maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. „Eine Klimabilanz, also die Analyse der individuellen Treibhausgas-Emissionen eines landwirtschaftlichen Unternehmens, hilft dabei, die eigenen Emissionsquellen zu identifizieren und gezielt Reduktionsmöglichkeiten zu erkennen“, teilt die Rentenbank mit und verweist darauf, dass laut aktuellem Rentenbank-Agrarbarometer bisher lediglich 16 Prozent der Betriebe eine Klimabilanz erstellen und weitere 10 Prozent planen, eine Bilanz zu erstellen.

Die Rentenbank strebt zudem an, im Laufe des Jahres einen Zinsbonus Klimabilanz einführen. Landwirtschaftliche Betriebe, die über eine Klimabilanz verfügen, sollen dadurch bei der Beantragung von Darlehen in der Sparte „Landwirtschaft“ einen zusätzlichen Zinsbonus erhalten. Dabei ist unerheblich, ob es sich um eine durch die Rentenbank bezuschusste Klimabilanz handelt oder nicht. Weitere Informationen zum Klimabonus folgen vor dem Start des Programms.

Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank, erklärt: „Man kann nur managen, was man messen kann. Deshalb ist die Erstellung einer Klimabilanz der erste Schritt zu einer gezielten und sinnvollen Reduktion von Treibhausgasen in der Landwirtschaft.“ Steinbock ergänzt: „Landwirtschaftliche Unternehmen werden zukünftig immer stärker in der Pflicht sein, Angaben zu ihren Emissionen zu machen. Mit der Bilanz können sie nicht nur diese Berichtspflichten, sondern auch steigende Ansprüche von Handel und Verbrauchern besser erfüllen – und sich so stark auf dem Markt positionieren.“

Das AgriClimateChangeTool (ACCT)

Das ACCT ist von der Bodensee-Stiftung mitentwickelt worden, um Betrieben konkrete Hilfestellungen für die klimaschonende Produktion geben zu können. Die Software berechnet die Energie-, Stickstoff- und Treibhausgasbilanz eines Betriebs. Ihre Stärken sind die detaillierte Analyse, die volle Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Berechnungen und der überschaubare Aufwand für Anwender*innen. Je nach Analyseergebnis werden aus einem Maßnahmenkatalog z. B. die Einsparung synthetischer Düngemittel, die Verbesserung der Lebenstagsleistung von Wiederkäuern oder der zusätzliche Anbau von Zwischenfrüchten empfohlen.

Die Rentenbank

Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Der Förderauftrag schließt neben der Land- und Forstwirtschaft sowie der gesamten Wertschöpfungskette Lebensmittel den Ausbau erneuerbarer Energien ebenso ein wie die Förderung der Bioökonomie. Besonderes Gewicht liegt auf der Innovationsförderung.

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