CreiseL – Chancen zur Inwertsetzung von Rest- und Nebenstoffen im Sinne der Bioökonomie

Wie können Rest- und Nebenströme aus der ersten Verarbeitungsstufe von Lebensmitteln bioökonomisch genutzt werden? Geprüft wurden Hafer, Hopfen, Kirschen, Soja, Walnuss und Wein.

Im Austausch mit Unternehmen und Wissenschaft wurden Möglichkeiten zur Inwertsetzung von Rest- und Nebenstoffen der Lebensmittelverarbeitung im Sinne der Bioökonomie geprüft.

Relevanz

Ein möglicher Lösungsweg hin zu mehr Ressourceneffizienz ist die nachhaltige zirkuläre Bioökonomie. Hierzu können biobasierte Rohstoffe genutzt werden. Der darin enthaltene Kohlenstoff wurde über Wachstumsprozesse innerhalb weniger Monate aus der Luft gebunden und steht als Rohstoff zur Verfügung. Als solche Rohstoffe können Rest- und Nebenströme aus der Nahrungsmittelverarbeitung der ersten Verarbeitungsstufe nutzbar gemacht werden. Die biobasierten Rohstoffe können somit im Rahmen einer Koppelnutzung gewonnen werden. Dadurch werden keine Landnutzungskonflikte für den Nahrungsmittelanbau hervorgerufen.

Umsetzung

Obwohl der Reifegrad der biotechnologischen Lösungen sehr hoch ist, werden z.B. Konversions- und Extraktionstechnologien zur Bearbeitung und Nutzung von Rest- und Nebenstoffen bisher wenig genutzt. Im Projekt wurden die Möglichkeiten der bioökonomischen Nutzung einiger Rest- und Nebenstoffe der Lebensmittelverarbeitung näher untersucht, zum Beispiel von Obst, Gemüse, Getreide und Hopfen. Es konnten die Potenziale für die weitere Verarbeitung von Rest- und Nebenstoffen aufgezeigt werden, aber auch die Hürden identifiziert werden, die der kreislauforientierten stofflichen Nutzung im Sinne der Bioökonomie bisher entgegenstehen.

Erkenntnisse aus dem CreiseL-Projekt

Die Verwertung von Rest- und Nebenstoffströmen der ausgewählten Produktgruppen im Sinne einer kreislauforientierten Bioökonomie ist derzeit durch eine Reihe verschiedener Hindernisse limitiert. Diese umfassen sowohl informations- und kommunikationsbedingte Hürden, technische Limitierungen, logistische und ökonomische Herausforderungen, als auch regulatorische Hindernisse.

Die Allgemeinen Handlungsempfehlungen für Bioökonomieunternehmen richten sich an Unternehmen, die biobasierte Rohstoffe in der Produktion einsetzen möchten und dabei Rest- und Nebenstoffe als Ausgangsquelle in Betracht ziehen.

Einen etwas umfänglicheren Blick, auch auf die regulativen Hürden haben wir in dem Dokument Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger zusammengefasst.

In den kulturspezifischen CreiseL-Steckbriefen (unten zum Download) wird auf Produkt und Ursprung, Flächen- und mengenmäßiger Anbau, die Erste Verarbeitungsstufe, anfallende Neben- und Reststoffe, gegenwärtiger Umgang mit den Rest- und Nebenstoffen, wertgebende Inhaltsstoffe sowie auf die Ansprüche an die Lagerung eingegangen.

Logo mit gelb-schwarzem SChriftzug Bioökonomie Baden-Württemberg
  • HANDLUNGSFELD
    Energiewende
  • PROJEKTGEBIET
    Baden-Württemberg
  • LAUFZEIT
    07.2023 – 08.2024
  • ZIELGRUPPEN
    Lebensmittelsektor, Politik

Ansprechperson

Portrait von Andreas Ziermann
Andreas Ziermann Programmleiter Landwirtschaft und Lebensmittel

Projektpartner

  • Universität Hohenheim, Geschäftsstelle Bioökonomie

Projektförderer

  • Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

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